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Behandlung - Tag 1

10.03.10 | von Christian Breuer [mail] | Kategorien: Diagnose, Behandlung, Ergebnisse

So, mitlerweile ist ein Tag seit der ersten Behandlung vergangen - gestern war ich nicht mehr in der Stimmung, die Erlebnisse schriftlich festzuhalten. Zumal mich einige sehr liebe Menschen angerufen und nachgefragt haben - danach war die Geschichte dann oft genug erzählt. So also ist es gestern gelaufen:

Follow up:

Wie erwartet schaukelte sich die Nervosität im Laufe des Nachmittags weiter hoch, spätestens beim Zähneputzen gegen 16.15 Uhr war dann der Punkt erreicht, an dem die Gedanken wieder begannen, nur noch um die Behandlung zu kreisen. Um 17 Uhr sollte die Behandlung beginnen, ich war etwa 15 Minuten vorher da und konnte mich im Wartezimmer dann mit meiner Musik wieder etwas beruhigen.

Pünktlich um 17 Uhr durfte ich dann ins Behandlungszimmer. Sehr positiv: Der Arzt hat mit genau erklärt, welche Zähne er behandeln will. Den oberen rechten Schneidezahn so wie seinen Nachbarn (1-1 und 1-2). Er ging auch sofort auf meine Bitte ein, den Stuhl so weit wie möglich nach hinten zu kippen - dadurch wird der Kreislauf stabilisiert und im Gegensatz zu den meisten Patienten möchte ich in genau dieser Position auch nach der Betäubung bleiben. Ganz offensichtlich bin ich nicht sein erster Phobie-Patient, er vereinbarte sofort von sich aus ein "Stop-Zeichen" mit mir. Nach schlechten Erfahrungen bei einem anderen Arzt bat ich ihn, die Betäubung auch dann fortzusetzen, wenn ich dabei etwas verkrampfe.

Dann kam die Spritze - der erste wirklich schlimme Moment für mich. Interessant: Der Arzt hat mir geraten, die Zähne dabei zusammen zu beißen. Er hat sehr vorsichtig injiziert, für meinen Geschmack hätte das etwas schneller gehen können. Zumal er gleich zwei Injektionen setzte. Aber dafür wird er seine Gründe haben. Danach ging er, bis die Betäubung wirkte, zu einem anderen Patienten, ließ allerdings die Assistentin bei mir, die sich immer wieder erkundigte, ob es mir gut gehe. Worauf ich nur hilflos mit den Schultern zucken und schief grinsen konnte.

Etwa fünf Minuten später ging es dann los. Zunächst mit der Bitte, dass ich nicht den Kopf wegziehen möge - da konnte ich den Arzt beruhigen, selbst bei größter Panik habe ich mich zumindest so weit unter Kontrolle, dass ich zwar die Beine bewege, den Kopf aber ruhig halte. Allein schon, weil ich viel zu große Angst habe, dass dadurch noch mehr passiert.

Der Arzt hat zunächst mit einem sehr schnellen Bohrer die alten Füllungen entfernt und die Karies, die darunter wohl schon ordentlich wütete, entfernt. Davon habe ich tatsächlich nichts gespürt, eine recht angenehme Erfahrung - also, so "angenehm" es bei einem akuten Phobieanfall sein kann. Unangenehm war dann ein etwas langsamerer Bohrer, der ordentlich ruckelt und dabei auch leichte Schmerzen verursacht. Schlimmer aber sind glaube ich die Geräusche und Vibrationen. Auch hier: Immer wieder hat mir der Arzt erklärt, was er macht und warum welcher Bohrer welche Effekte erzeugt - und warum die Anwendung notwendig ist. Wenn ich es richtig verstanden habe kann er bei den langsamen Bohrer wegen der fehlenden Wasserkühlung besser sehen, wie der Behandlungsfortschritt ist.

Ich will hier niemanden mit allzu detailierten Beschreibungen langweilen, zumal diese in meiner Erinnerung auch verschwimmen. Insgesamt hat die Behandlung an den beiden Zähnen eine geschlagene Stunde gedauert, das war schon eine ziemliche Tortur und ging am Ende auch hart an die Belastungsgrenze. Ein paar kleine Geschichten am Rande dennoch:

Bei der Füllung eines Zahnes ließ die Betäubung offensichtlich ganz langsam nach und es tat schon weh. Das artikulierte ich dann wie abgesprochen, soweit das mit Watte, Sauger und Bohrer im Mund machbar ist. Seine Überlegung, noch eine Spritze zu setzen veranlasste mich aber zu der Erkenntnis, dass ich lieber noch ein paar Sekunden die Schmerzen aushalte, statt mir noch eine Spritze setzen zu lassen. Sehr gut: Der Arzt sagte mir dann sehr genau, was noch passiert und dass es mit jedem Schritt besser werden würde. Zur Erklärung: Die Füllung ist nicht "in einem Guss" in das Loch gekommen, sondern in mehreren Schichten. Mit jeder fertigen Schicht wurde der Schmerz dann erträglicher.

Wirklich unangenehm, und zwar so richtig: Er musste die Zähne ein Stück auseinanderdrücken, fragt mich nicht, wie er das gemacht hat, aber das tat weh!

Was mir auch auf die Nerven schlug war die lange Behandlungsdauer, mit der ich so nicht gerechnet hatte und auf die ich mich auch nicht eingestellt hatte. Bisher hatte so eine Behandlung meist 10 Minuten gedauert, maximal - eine Stunde ist da schon ein heftiger Schritt. Aber da bin ich jetzt für das nächste Mal vorgewarnt.

Mit dem Arzt muss ich noch besprechen, dass er die "Lampe", mit der die Füllung gehärtet wird, nicht auf meinem Brustkorb ablegen sollte. Durch den Druck steigt das Beklemmungsgefühl. Das sollte aber verhandelbar sein, da bin ich mir recht sicher.

Gegen Ende der Behandlung habe ich gemerkt, dass mein Kiefer und auch mein Nacken sehr verspannt waren und begannen, zu verkrampfen. Das ist bei der extremen Anspannung zwar nicht verwunderlich, trägt aber auch zum Erreichen meiner Toleranzgrenze bei.

Nun, ich glaube, der Arzt war nach der Stunde auch nicht traurig, dass die Behandlung für diesen Tag vorbei war. Er bot an, zwischendurch auch mal 10 Minuten Pause machen zu können, aber ich denke, dass das nicht gut wäre. So lange da Löcher in meinem Mund sind werde ich nicht entspannen! Meiner Bemerkung "Hilft ja eh nix, gemacht werden muss es!" stimmte er mir grinsend zu. Und kündigte an, dass der Aufwand bei den nächsten Zähnen ähnlich sein werde. Er rechnet mit weiteren zehn Sitzungen, zwei Zähne pro Termin.

Wenn ich sagen würde, dass ich nach der Behandlung und nach dem Nachlassen der Betäubung keine Schmerzen hatte, würe ich lügen. Es tat schon unangenehm weh, und auch heute spüre ich noch die Nachwirkungen. Zwei Aspirin haben aber über den gröbsten Schmerz hinweggeholfen.

Kommende Woche Donnerstag geht es weiter...

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Ich habe panische Angst vor Ärzten und Spritzen - obschon ich regelmäßig zum Zahnarzt gegangen bin, ist nun eine Grundsanierung fällig. Mit allem drum und dran. In diesem Blog berichte ich über meine Erlebnisse.

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