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Warum eine Grundsanierung?

04.03.10 | von Christian Breuer [mail] | Kategorien: Diagnose, Vorgeschichte und Erfahrungen, Rückschläge

Wieso ist es überhaupt so weit gekommen, dass eine Grundsanierung fällig ist? Und warum gerade jetzt? Und vor allen Dingen: Verdammt! Mit solchen Diagnosen hatte ich dann doch nicht gerechnet...

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In meiner oberen Zahnreihe stehen einige Zähne schief - zwar hatte ich früher mal eine Zahnspange, aber leider keine feste, und ich habe die herausnehmbare Spange zu wenig oder auch überhaupt nicht getragen. Das Resultat ist nun jedes Mal, wenn ich lache oder spreche, sichtbar. Auch wenn das nicht weiter tragisch und gesundheitlich unbedenklich ist, wollte ich diese Fehlstellung richten lassen. Daher führte mich mein Weg vor zwei Wochen zum Kieferorthopäden.

Der schlug mir einige Korrekturmöglichkeiten vor - dazu irgendwann später mal mehr -, empfahl mir aber zunächst eine Grundsanierung. Nun, ich habe insbesondere im Backenzahnbereich viele Füllungen, die teils schon ein stolzes Alter erreicht haben, an den Rändern sind sie nicht nur verfärbt sondern, so stand zu befürchten, auch von Karies unterwandert. Mein Zahnarzt in der "Heimat", zu dem ich über die Jahre ein großes Vertrauensverhältnis aufgebaut habe, hat mich bei akuten Problemen behandelt, soweit es mit meiner Phobie und ihren Auswirkungen möglich ist. Ich habe aktuell keine Schmerzen oder Probleme, so dass ein Zahnarztbesuch nicht zwingend nötig gewesen wäre.

Dennoch bin ich auf Empfehlung des Kieferorthopäden zu einem Zahnarzt hier in der Region gegangen (400 km von der "Heimat" entfernt), der sämtliche Zöhne einzeln geröngt und Abdrücke angefertigt hat. Und die Röntgenbilder haben leider mehr gezeigt, als ich eh schon befürchtet hatte.

Unter einem Zahn hat sich eine recht große Entzündung im Kiefer gebildet, dort wird der Knochen zersetzt und das muss dringend behandelt werden. Durch den Zahn darüber. Einziger Trost: Der Zahn ist so mausetot, dass ich da keine allzu große Angst vor Schmerzen haben muss (wenngleich Schmerzen ja nur ein nachgeordnetes Problem bei der Phobie sind, aber natürlich auch eine wichtige Rolle spielen). Der Zahnarzt und ich hoffen, dass die Entzündung zurückgeht, ansonsten stünde mir da eine OP bevor - was ich nicht hoffe!

An mindestens einem Zahn ist eine Wurzelbehandlung indiziert, die bereitet mir jetzt die größten Ängste und Kopfschmerzen. Auch wenn mir schon einige Freunde gesagt haben, dass es machbar ist, gucke ich da wirklich sehr gegen an.

Ansonsten hat sich unter vielen Plomben, wie befürchtet, teils massiv Karies gebildet, so dass nun die Füllungen herauskommen, der jeweilige Zahn gereinigt und neu verfüllt wird.

Insgesamt also viele, teils langwierigere Baustellen, die es zu behandeln gilt, und die behandelt werden müssen, Phobie hin oder her. Meine Hoffnung, die ganze Geschichte unter Vollnarkose machen zu lassen ist damit auch hin. Der Arzt sagt, m.E. völlig richtig, dass er mich nicht jedes Mal komplett "abschießen" kann - und will.

So haben wir uns nun auf folgendes Prozedere geeinigt: Wir fangen mit kleinen Reparaturen an, pro Sitzung wird nur ein Zahn saniert, angefangen bei den unproblematischsten Eingriffen. So kann ich mich an ihn gewöhnen - und, wahrscheinlich nicht minder wichtig, er sich an mich. Gemeinsam mit ihm muss ich dann jedes Mal entscheiden, wie es weitergeht und wie die Strategie für den nächsten Eingriff aussieht.

Meine Hoffnung ist, dass auf diese Weise auch eine zumindest minimale Gewöhnung eintritt und die Phobie dadurch ein wenig zurückgedrängt wird. Ob das klappt weiß ich selber nicht und hängt sicher auch vom Verlauf der ersten Behandlungen ab.

Dieser vorsichtige Zweck-Optimismus hält mich nicht von Überlegungen ab, einen Neurologen zu konsultieren. Es kann sein, dass ich mich vor den wirklich heftigen Eingriffen "abschießen" lassen möchte. Problem: Diazepam (ein recht starkes Beruhigungsmittel) hat bei mir, wie ich leidvoll feststellen musste, ebenso wenig Wirkung wie direkt gespritztes Valium. Allerdings scheint Tavor bei mir gewirkt zu haben. Das sind natürlich echte Klopper, aber möglicherweise muss ich drauf zurückgreifen. Immerhin hat eine liebe Kollegin sich schon als Taxifahrerin angeboten!

Über die Eingriffe und ihren Verlauf werde ich berichten...

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Ich habe panische Angst vor Ärzten und Spritzen - obschon ich regelmäßig zum Zahnarzt gegangen bin, ist nun eine Grundsanierung fällig. Mit allem drum und dran. In diesem Blog berichte ich über meine Erlebnisse.

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